Karnischer Höhenweg 2026 - Sechs Tage auf dem Grenzkamm zwischen Österreich und Italien

Am Montag, den 7. September 2026, trafen sich zwölf Teilnehmer bereits um 5:00 Uhr am Vereinsheim in Nördlingen. Unter der Führung von Karlheinz Schabert ging es nach Lienz. Nach einem Frühstücksstopp in Mittersill erreichten wir Lienz.

Während zehn Teilnehmer mit dem Zug nach Sillian weiterfuhren, brachten zwei Teilnehmer ein Fahrzeug zur Valentinalm – schließlich sollte am Ende der Tour auch ein Auto für die Heimfahrt bereitstehen.

1. Tag – Von Sillian zur Sillianer Hütte

Von Sillian stiegen wir zunächst zur Leckfeldalm auf 1.925 Metern auf. Dort trafen wir wieder auf unsere beiden „Autopioniere“. Gemeinsam ging es weiter zur Sillianer Hütte auf 2.447 Metern.

Schon am ersten Tag beeindruckten uns die schroffen Gipfel, weiten Grate und grandiosen Ausblicke der Karnischen Alpen. In der urigen Hütte ließen wir den ersten Wandertag gemütlich ausklingen.

2. Tag – Sillianer Hütte zur Obstanzerseehütte

Nun ging es richtig auf den Karnischen Höhenweg. Bereits nach einer Stunde sorgten mehrere Lamas mitten auf dem Weg für eine überraschende Begegnung und zahlreiche Fotos.

Den ganzen Tag wanderten wir auf dem Grenzkamm zwischen Österreich und Italien, meist zwischen 2.300 und 2.600 Metern. Über Hornischegg, Hollbrucker Spitze und Schöntalhöhe erreichten wir schließlich das Eisenreich auf 2.665 Metern.

Am Nachmittag kamen wir zur wunderschön gelegenen Obstanzerseehütte. Der idyllische Bergsee direkt vor der Hütte lockte einige Teilnehmer zu einem erfrischenden Bad. Bei hervorragendem Essen und gemütlichem Hüttenabend ging ein besonders schöner Wandertag zu Ende.

3. Tag – Obstanzerseehütte zur Porzehütte

Über Roßkopftörl und Hintersattel ging es in Richtung Filmoorhöhe. Etwa eine Stunde vor unserem Ziel setzte Regen ein. Zum Glück kam die Filmoorhütte gerade recht.

Trotz voller Hütte fanden wir Platz und wurden mit riesigen Tellern heißer Suppe und anschließend Kuchen belohnt. Nach der Pause besserte sich das Wetter und die Wolken rissen auf. Wieder boten sich beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel.

Am Nachmittag erreichten wir die Porzehütte auf 1.924 Metern und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

4. Tag – Die Königsetappe wird zur Überraschungsetappe

Eigentlich sollte die vierte Etappe die Königsetappe werden. Doch Wettervorhersage und Bedingungen vor Ort machten eine Änderung notwendig. Sicherheit ging vor: Wir stiegen von der Porzehütte ins Tal ab und fuhren mit dem Bus nach Wiesen.

Dort begann der zweite Teil des Tages mit einem 900-Höhenmeter-Aufstieg zum Hochweißsteinhaus. Auf der Ingridalm legten wir eine Pause ein. Bei kühlen Getränken stärkten wir uns – und der Almwirt spendierte uns sogar eine Runde Schnaps.

Schließlich erreichten wir das Hochweißsteinhaus. Die ungeplante Routenänderung hatte aus der Königsetappe einen abwechslungsreichen und besonderen Wandertag gemacht.

5. Tag – Hochweißsteinhaus zum Wolayer See

Vom Hochweißsteinhaus stiegen wir zum Öfnerjoch auf und wanderten über Almflächen zum Giramondopass. Durch herrliche Sommerwiesen ging es hinunter zur Wolayer Alm, bevor noch einmal ein Anstieg zum beeindruckenden Wolayer See folgte.

Die Wolayerhütte auf 1.967 Metern bot einen traumhaften Blick über den tiefblauen Bergsee und die umliegenden Gipfel. Ein hervorragendes Drei-Gänge-Menü und ein gemütlicher Hüttenabend rundeten diesen wunderschönen Tag ab.

6. Tag – Über das Valentintörl zur Valentinalm

Am letzten Wandertag führte unser Weg an den Felsabstürzen der Hohen Warte entlang zum Valentintörl. Noch einmal genossen wir die beeindruckende Landschaft der Karnischen Alpen.

Vom Valentintörl stiegen wir zur Valentinalm ab, unserem endgültigen Tourenziel. Nach sechs Tagen Wandern war eine gemütliche Rast mehr als verdient.

Anschließend begann die Logistik der Rückfahrt. Während einige Teilnehmer zum Bahnhof nach Kötschach-Mauthen gebracht wurden und zwei das abgestellte Fahrzeug holten, besuchte der Rest der Gruppe noch den Red Bull Dolomitenmann 2026.

Auf der Heimreise kehrten wir im Landgasthof Hofolding ein. Bei unserem letzten gemeinsamen Abendessen ließen wir die vergangenen sechs Tage mit ihren Erlebnissen, Wetterkapriolen und lustigen Geschichten noch einmal Revue passieren.

Ein Weg mit Geschichte

Der Karnische Höhenweg führt über weite Strecken entlang des Kamms der Karnischen Alpen und direkt an der Grenze zwischen Österreich und Italien. Neben der beeindruckenden Landschaft wandert man hier auch auf historischem Boden.

Während des Ersten Weltkriegs war die Region von 1915 bis 1918 Schauplatz schwerer Kämpfe. Noch heute erinnern Schützengräben, Stellungen und andere Relikte an die damalige Front.

Gerade diese Verbindung von grandioser Natur und bewegender Geschichte machte die Tour für uns besonders eindrucksvoll.

Fazit:

Sechs Tage, fünf Hütten, zahlreiche Gipfel, viele Höhenmeter und unzählige gemeinsame Erlebnisse liegen hinter uns.

Der Karnische Höhenweg forderte Kondition, Ausdauer und Trittsicherheit, belohnte uns dafür aber mit grandiosen Ausblicken, beeindruckenden Gipfeln und idyllischen Bergseen.

Lamas als unerwartete Wegbegleiter, Regen vor der Filmoorhütte, riesige Suppenteller, ein Bad im Bergsee und die spontane Schnapsrunde auf der Ingridalm bleiben ebenso in Erinnerung wie die wetterbedingte Änderung der Königsetappe.

Vor allem aber war es die Gemeinschaft, die diese sechs Tage ausgemacht hat.

Eine tolle Truppe, eine beeindruckende Landschaft und sechs ereignisreiche Tage – genau solche Touren bleiben in Erinnerung.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für die gute Stimmung, die gegenseitige Unterstützung und die vielen gemeinsamen Erlebnisse.

Der Karnische Höhenweg 2026 – eine Tour, an die wir uns noch lange gerne zurückerinnern werden.

Tourenleitung/Bericht: Karlheinz Schabert

Dabei waren: Berthold, Corina, Erich, Gaby, Helmut E., Helmut L., Marianne, Marion, Martin, Michael, Rudi